Manipulation durch Politik und „reiche Interessen“: Wird Gold künstlich unten gehalten? – SNA

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Manipulation durch Politik und „reiche Interessen“: Wird Gold künstlich unten gehalten?

Manipulation durch Politik und „reiche Interessen“: Wird Gold künstlich unten gehalten?

Gold Silber Investments Manipulation am Markt

2021-11-21T08:08+0100

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Gold und Silber sind die natürlichen Gegenspieler der ungedeckten Papier- und Kreditwährungen – uns allen im Geldbeutel bekannt als Euro, US-Dollar, Pfund, Yen oder Schweizer Franken. Beobachtern zufolge gibt es seit Jahrzehnten Eingriffe in die Edelmetall-Märkte, um die Preise von Gold und Silber künstlich zu drücken oder unten zu halten. Als Folge erscheinen Preise für Aktien und Immobilien attraktiver.Damit werde allerdings auch die systemische Krise bei den genannten „Fiat-Währungen“ übertüncht, kritisiert Goldmarkt-Insider und Buchautor Dimitri Speck erneut im SNA-Interview. Er forscht seit Jahren zu Veränderungen und Eingriffen beim Goldpreis an den Terminmärkten. „2001 stieß er auf eine Anomalie im Goldpreis, mit der er nachweisen konnte, dass die Zentralbanken seit 1993 systematisch am Goldmarkt intervenieren“, schreibt der „Investor Verlag“ über ihn. Darüber berichtet Speck in seinem Buch „Geheime Goldpolitik: Warum die Zentralbanken den Goldpreis steuern“:Er führt das im Gespräch aus:„Ab April wurden Inflationsraten in den USA publiziert, die stärker waren als erwartet und ab Mai ging das dann auch stark durch die Medien – und dann stieg der Goldpreis. Dann gab es wenige Wochen darauf die ersten plötzlichen Rückgänge.“ Dies sei untypisch, erklärt er. Denn „wenn die Inflation stärker ist als erwartet, und wenn das noch nicht eingepreist ist im Goldpreis, dann ist eigentlich mit dem Goldpreis-Anstieg zu rechnen“. Das wäre aus seiner Sicht das erste Indiz dafür, dass dieser Rückgang durch eine Intervention ausgelöst war. „Dann hatten wir im August einen scharfen Rückgang beim Goldpreis“, so Speck weiter, „nämlich vom sechsten – das war ein Freitag – bis achten August. Vor allem am neunten August, am Montag, in der Früh über den Terminmarkt“. Und fügte hinzu:Goldpreis-Manipulation in Australien?Dieser Eingriff – dieses Drücken des Goldpreises um minus 100 Dollar – erfolgte laut Marktanalytiker Speck „durch Ausführungen über die Terminmärkte im frühen Handel in Australien. Während praktisch alle noch im Bett sind und noch kaum Liquidität im Markt vorhanden ist. Wer den Preis manipulieren will, der verkauft in den Markt.“ Seines Erachtens sollte ein Anstieg beim Goldpreis „auf jeden Fall“ verhindert werden. Sprich: Das Geld sollte in den überpreisten Assets Aktien, Anleihen, Bitcoin und Co. behalten werden – und eben nicht im traditionellen Gegenspieler Gold. Das sei die Motivation. Diese Strategie habe der frühere FED-Chef Alan Greenspan übrigens 1993 auch einmal explizit formuliert, so der Experte.Wäre es nicht zu dieser jüngsten Manipulations-Episode in Australien gekommen, wäre der Goldpreis je Unze wohl damals über 2000 US-Dollar gestiegen, ist Speck überzeugt. In einem früheren Interview sprach er davon, dass „US-Kräfte ein Interesse an der Beeinflussung des Goldpreises“ hätten.„Eingriffe in die Märkte sind relativ üblich“Goldmarkt-Experte Martin Siegel von „Stabilitas Fonds“ schätzt es im SNA-Interview anders ein. „Ob der Goldpreis künstlich niedrig gehalten wird“, könne er so nicht bestätigen. Es gibt zwar laut ihm zweifellos Markt-Eingriffe, die den Goldpreis drücken. „Von Zeit zu Zeit, vielleicht auch über Monate, vielleicht auch mal über Jahre.“ Aber er glaube nicht, dass der Goldpreis dauerhaft niedrig gehalten werde. Im Gegenteil denke er, „dass die Manipulation auf beiden Seiten des Marktes stattfindet. Zeitweise wird in den Goldmarkt eingegriffen, sodass der Marktpreis niedrig bleibt. Dass man eben Gold nicht als Alternative sieht zu anderen Investments.“Aber dann wiederum habe es Phasen wie 1980 oder 2011 gegeben. In denen der Goldpreis sprunghaft angestiegen sei und es laut ihm viele Investmentbanken übertrieben haben mit ihren Goldpreis-Prognosen. „Das waren eigentlich immer ganz gute Zeitpunkte, um Gold zu verkaufen und einmal für ein paar Monate oder sogar Jahre aus dem Markt draußen zu bleiben“, sagte Siegel.„Vielleicht ist an dieser Stelle das Wort Manipulation zu weit gegriffen“, ordnete er ein. Jedoch gebe es, wie in jedem Markt, auch im Goldmarkt Interessen um damit Geld zu verdienen. „Wenn ich das Interesse habe, als Milliardär möglichst günstig Gold zu kaufen, habe ich doch ein Interesse an möglichst schlechter Berichterstattung über Gold“, nannte er ein fiktives Beispiel. „Und wenn ich das Interesse habe, meine Investments wieder abzubauen und Gewinne zu realisieren, dann möchte ich eine möglichst gute Berichterstattung. Das ist bei jedem Markt so. Und selbstverständlich auch beim Goldmarkt.“„Wie stark Politik und Zentralbanken manipulieren und beeinflussen …“Thorsten Polleit, Ökonom und Chef-Volkswirt bei „Degussa Goldhandel“, kam zur gleichen Einschätzung wie zuvor Edelmetall-Fachmann Speck. Seit Jahren warnt er vor einer zu kurzfristig gedachten lockeren Geldpolitik durch Staaten und Zentralbanken. Vor allem vor niedrigen Zinsen, Inflation und dem Verlust der Kaufkraft unserer Währungen.Darunter eben die steigende Inflation bei Konsumgüter-Preisen. Die vergangenen 18 Monate der Corona-Pandemie „waren eben von diesem Täuschungsmanöver der Zentralbanken“ geprägt. Diese Entwicklung habe die Nachfrage „nach sicheren Häfen“ wie Gold und Silber herabgesetzt und ließ Aktien und Immobilien rentabler erscheinen, als sie tatsächlich wären. Er glaube aber nicht, dass dies dauerhaft so sein werde.Die heutige Welt, insbesondere die Finanzwelt, werde an vielen Stellen „manipuliert und beeinflusst“, erklärte der Chef-Volkswirt. „Nach politischen Maßstäben. Das betrifft natürlich auch das Geschehen am Kapitalmarkt.“ Auch die Niedrigzins-Politik sei eine Manipulation größten Ausmaßes. Nicht überraschend sei also, „wenn tatsächlich auch in den Edelmetall-Märkten und anderen Märkten nach politischem Kalkül eingegriffen wird“.Handelsmuster und Fundamental-FaktorenAllerdings habe er persönlich bisher den Goldpreis immer anhand sogenannter Fundamental-Faktoren erklären können, so Polleit. Denn der Goldpreis habe eine Beziehung zur weltweiten Geldmenge und zum Zins. In der längeren Frist sei man deshalb gut beraten, auf diese makroökonomischen Variablen zu blicken. Allein die sogenannte Geldmenge M2 in den USA ist laut ihm seit dem Jahr 2000 um fast sieben Prozent gewachsen.Kurzfristig gesehen mag es jedoch so sein, „dass da bestimmte Handelsmuster erkennbar sind, die dann weitere Rückschlüsse zulassen“, erklärte er abschließend.„Nach meinem Dafürhalten ist das Goldpreis-Drücken – ob Sie das nun Manipulation, Intervention oder wie auch immer nennen – ein zentrales Element der ganzen Finanz-Blasen“, zog Gold-Kenner Dimitri Speck ein vorläufiges Fazit. „Seit mehr als zwei Jahrzehnten. Ohne das hätten wir die Blase gar nicht so sehr aufpumpen können. Indem man Gold, diesen Gegenspieler des kreditbasierten Geldes und der gesamten Kredite, sozusagen so niedrig hielt – nur so lange konnten die Kredite auch ausgeweitet werden.“ Er erinnert daran, dass „wir überhaupt erst seit Anfang der 1970er ein Währungssystem haben, das völlig losgelöst ist und ausschließlich am Willen der Politiker hängt“. Sprich: Die Menschen verfügen schon lange über keine goldgedeckten Währungen mehr.Im Moment würde Edelmetall-Experte Martin Siegel sogar sagen, dass Gold fair bewertet oder vielleicht leicht unterbewertet sei – im Vergleich zu Aktien. „Ich denke, rund 1800 Dollar pro Unze ist auch schon eine ganz ordentliche Kaufkraft, die der Goldpreis behalten hat.“ Deswegen würde er jetzt tendenziell die Edelmetalle eher höher gewichten und die Aktien ein bisschen niedriger einordnen. Er warnt vor großen Gefahren für die Börsen: „Jeder kleine Zinsanstieg kann zur Einschränkung der Liquidität führen.“Das gesamte Radio-Interview mit Martin Siegel zum Nachhören:Das gesamte Radio-Interview mit Dimitri Speck zum Nachhören:

https://snanews.de/20210724/gold-silber-geldentwertung-2945919.html

https://snanews.de/20210529/gold-silber-finanzfehler-lockdown-2286561.html

https://snanews.de/20210406/boersianer-schwacher-us-dollar-treibt-den-goldpreis-nach-oben-1584989.html

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Die jetzige Schuldenblase der G7 ist seit der geplatzten in 2008 um nocheinmal 1/3 gestiegen . Der Krug geht solange zu Wasser,bis er bricht.

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„Eingriffe in die Märkte sind relativ üblich“. Wer noch glaubt, dass es an den Börsen nach Angebot und Nachfrage geht, ist ein willkommenes Opfer.

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Gold bedroht das Machtsystem der Zentralbanken, die ungedecktes Papiergeld drucken. Experten warnen vor Manipulationen beim Goldpreis. Marktanalytiker Dimitri Speck spricht im Interview von gezielten Eingriffen in den Markt, die er beweisen könne. Volkswirt Thorsten Polleit pflichtet bei, während Edelmetall-Experte Martin Siegel es anders sieht.

Gold und Silber sind die natürlichen Gegenspieler der ungedeckten Papier- und Kreditwährungen – uns allen im Geldbeutel bekannt als Euro, US-Dollar, Pfund, Yen oder Schweizer Franken. Beobachtern zufolge gibt es seit Jahrzehnten Eingriffe in die Edelmetall-Märkte, um die Preise von Gold und Silber künstlich zu drücken oder unten zu halten. Als Folge erscheinen Preise für Aktien und Immobilien attraktiver.

Damit werde allerdings auch die systemische Krise bei den genannten „Fiat-Währungen“ übertüncht, kritisiert Goldmarkt-Insider und Buchautor Dimitri Speck erneut im SNA-Interview. Er forscht seit Jahren zu Veränderungen und Eingriffen beim Goldpreis an den Terminmärkten. „2001 stieß er auf eine Anomalie im Goldpreis, mit der er nachweisen konnte, dass die Zentralbanken seit 1993 systematisch am Goldmarkt intervenieren“, schreibt der „Investor Verlag“ über ihn. Darüber berichtet Speck in seinem Buch „Geheime Goldpolitik: Warum die Zentralbanken den Goldpreis steuern“:

„Wir hatten jetzt aktuell doch nachhaltige Goldpreis-Interventionen meiner Meinung nach. Was insbesondere den Goldpreis-Anstieg in den letzten Monaten verhindert hat. Das kann ich auch begründen. Solche Goldpreis-Interventionen systematischer Art gibt es seit dem 15. August 1993 und wir konnten jetzt beim aktuellen Goldpreis-Anstieg beobachten, dass anscheinend die Marke von 2000 Dollar je Unze im Januar 2021 verhindert werden sollte.“

Er führt das im Gespräch aus:

„Ab April wurden Inflationsraten in den USA publiziert, die stärker waren als erwartet und ab Mai ging das dann auch stark durch die Medien – und dann stieg der Goldpreis. Dann gab es wenige Wochen darauf die ersten plötzlichen Rückgänge.“ Dies sei untypisch, erklärt er. Denn „wenn die Inflation stärker ist als erwartet, und wenn das noch nicht eingepreist ist im Goldpreis, dann ist eigentlich mit dem Goldpreis-Anstieg zu rechnen“. Das wäre aus seiner Sicht das erste Indiz dafür, dass dieser Rückgang durch eine Intervention ausgelöst war. „Dann hatten wir im August einen scharfen Rückgang beim Goldpreis“, so Speck weiter, „nämlich vom sechsten – das war ein Freitag – bis achten August. Vor allem am neunten August, am Montag, in der Früh über den Terminmarkt“. Und fügte hinzu:

„Dieses Freitag-Montag-Muster hatten wir auch schon in der Zypern-Krise 2013. Wenn jemand eine große Portion an Futures über den Terminmarkt verkauft – es ging hier um vier Milliarden nominell – dann macht er das natürlich immer in einen liquiden Markt herein. Und jeder Broker, der das professionell und für institutionelle Investoren ausführt, verteilt die Order über die Zeit, bis es dann ordentlich verteilt ausgeführt ist. Wir hatten dort einen Rückgang des Goldpreises um knapp 100 Dollar.“

Goldpreis-Manipulation in Australien?

Dieser Eingriff – dieses Drücken des Goldpreises um minus 100 Dollar – erfolgte laut Marktanalytiker Speck „durch Ausführungen über die Terminmärkte im frühen Handel in Australien. Während praktisch alle noch im Bett sind und noch kaum Liquidität im Markt vorhanden ist. Wer den Preis manipulieren will, der verkauft in den Markt.“ Seines Erachtens sollte ein Anstieg beim Goldpreis „auf jeden Fall“ verhindert werden. Sprich: Das Geld sollte in den überpreisten Assets Aktien, Anleihen, Bitcoin und Co. behalten werden – und eben nicht im traditionellen Gegenspieler Gold. Das sei die Motivation. Diese Strategie habe der frühere FED-Chef Alan Greenspan übrigens 1993 auch einmal explizit formuliert, so der Experte.

Gold (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.07.2021

„Wir werden getäuscht“: Gold, Silber und drohende Geldentwertung

Wäre es nicht zu dieser jüngsten Manipulations-Episode in Australien gekommen, wäre der Goldpreis je Unze wohl damals über 2000 US-Dollar gestiegen, ist Speck überzeugt. In einem früheren Interview sprach er davon, dass „US-Kräfte ein Interesse an der Beeinflussung des Goldpreises“ hätten.

„Eingriffe in die Märkte sind relativ üblich“

Goldmarkt-Experte Martin Siegel von „Stabilitas Fonds“ schätzt es im SNA-Interview anders ein. „Ob der Goldpreis künstlich niedrig gehalten wird“, könne er so nicht bestätigen. Es gibt zwar laut ihm zweifellos Markt-Eingriffe, die den Goldpreis drücken. „Von Zeit zu Zeit, vielleicht auch über Monate, vielleicht auch mal über Jahre.“ Aber er glaube nicht, dass der Goldpreis dauerhaft niedrig gehalten werde. Im Gegenteil denke er, „dass die Manipulation auf beiden Seiten des Marktes stattfindet. Zeitweise wird in den Goldmarkt eingegriffen, sodass der Marktpreis niedrig bleibt. Dass man eben Gold nicht als Alternative sieht zu anderen Investments.“

Aber dann wiederum habe es Phasen wie 1980 oder 2011 gegeben. In denen der Goldpreis sprunghaft angestiegen sei und es laut ihm viele Investmentbanken übertrieben haben mit ihren Goldpreis-Prognosen. „Das waren eigentlich immer ganz gute Zeitpunkte, um Gold zu verkaufen und einmal für ein paar Monate oder sogar Jahre aus dem Markt draußen zu bleiben“, sagte Siegel.

„Vielleicht ist an dieser Stelle das Wort Manipulation zu weit gegriffen“, ordnete er ein. Jedoch gebe es, wie in jedem Markt, auch im Goldmarkt Interessen um damit Geld zu verdienen. „Wenn ich das Interesse habe, als Milliardär möglichst günstig Gold zu kaufen, habe ich doch ein Interesse an möglichst schlechter Berichterstattung über Gold“, nannte er ein fiktives Beispiel. „Und wenn ich das Interesse habe, meine Investments wieder abzubauen und Gewinne zu realisieren, dann möchte ich eine möglichst gute Berichterstattung. Das ist bei jedem Markt so. Und selbstverständlich auch beim Goldmarkt.“

„Wie stark Politik und Zentralbanken manipulieren und beeinflussen …“

Thorsten Polleit, Ökonom und Chef-Volkswirt bei „Degussa Goldhandel“, kam zur gleichen Einschätzung wie zuvor Edelmetall-Fachmann Speck. Seit Jahren warnt er vor einer zu kurzfristig gedachten lockeren Geldpolitik durch Staaten und Zentralbanken. Vor allem vor niedrigen Zinsen, Inflation und dem Verlust der Kaufkraft unserer Währungen.

„Ich kann nur betonen, wie stark das ganze Kapitalmarkt-Geschehen manipuliert wird – man muss es so nennen. Durch diese Niedrigzins-Politik, die gewissermaßen über die vorhandenen Probleme hinwegtäuscht. Die den Kreditfluss künstlich aufrechterhält. Die dazu beiträgt, Immobilien- und Aktienpreise in die Höhe zu treiben. Das sind natürlich Politiken diesseits und jenseits des Atlantiks, seitens der Zentralbanken eingeleitet und fortgeführt, die kurzfristig tatsächlich in der Lage sind, eine Krise zu übertünchen. Aber die eben auch weitere Ungleichgewichte schafft.“

Darunter eben die steigende Inflation bei Konsumgüter-Preisen. Die vergangenen 18 Monate der Corona-Pandemie „waren eben von diesem Täuschungsmanöver der Zentralbanken“ geprägt. Diese Entwicklung habe die Nachfrage „nach sicheren Häfen“ wie Gold und Silber herabgesetzt und ließ Aktien und Immobilien rentabler erscheinen, als sie tatsächlich wären. Er glaube aber nicht, dass dies dauerhaft so sein werde.

Goldbarren (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.05.2021

Gold und Silber: Edelmetall-Experte über „Finanzfehler der Politik im Lockdown“

Die heutige Welt, insbesondere die Finanzwelt, werde an vielen Stellen „manipuliert und beeinflusst“, erklärte der Chef-Volkswirt. „Nach politischen Maßstäben. Das betrifft natürlich auch das Geschehen am Kapitalmarkt.“ Auch die Niedrigzins-Politik sei eine Manipulation größten Ausmaßes. Nicht überraschend sei also, „wenn tatsächlich auch in den Edelmetall-Märkten und anderen Märkten nach politischem Kalkül eingegriffen wird“.

Handelsmuster und Fundamental-Faktoren

Allerdings habe er persönlich bisher den Goldpreis immer anhand sogenannter Fundamental-Faktoren erklären können, so Polleit. Denn der Goldpreis habe eine Beziehung zur weltweiten Geldmenge und zum Zins. In der längeren Frist sei man deshalb gut beraten, auf diese makroökonomischen Variablen zu blicken. Allein die sogenannte Geldmenge M2 in den USA ist laut ihm seit dem Jahr 2000 um fast sieben Prozent gewachsen.

Kurzfristig gesehen mag es jedoch so sein, „dass da bestimmte Handelsmuster erkennbar sind, die dann weitere Rückschlüsse zulassen“, erklärte er abschließend.

Goldbarren (Symbolbild) - SNA, 1920, 06.04.2021

Börsianer: Schwacher US-Dollar treibt den Goldpreis nach oben

„Nach meinem Dafürhalten ist das Goldpreis-Drücken – ob Sie das nun Manipulation, Intervention oder wie auch immer nennen – ein zentrales Element der ganzen Finanz-Blasen“, zog Gold-Kenner Dimitri Speck ein vorläufiges Fazit. „Seit mehr als zwei Jahrzehnten. Ohne das hätten wir die Blase gar nicht so sehr aufpumpen können. Indem man Gold, diesen Gegenspieler des kreditbasierten Geldes und der gesamten Kredite, sozusagen so niedrig hielt – nur so lange konnten die Kredite auch ausgeweitet werden.“ Er erinnert daran, dass „wir überhaupt erst seit Anfang der 1970er ein Währungssystem haben, das völlig losgelöst ist und ausschließlich am Willen der Politiker hängt“. Sprich: Die Menschen verfügen schon lange über keine goldgedeckten Währungen mehr.

Im Moment würde Edelmetall-Experte Martin Siegel sogar sagen, dass Gold fair bewertet oder vielleicht leicht unterbewertet sei – im Vergleich zu Aktien. „Ich denke, rund 1800 Dollar pro Unze ist auch schon eine ganz ordentliche Kaufkraft, die der Goldpreis behalten hat.“ Deswegen würde er jetzt tendenziell die Edelmetalle eher höher gewichten und die Aktien ein bisschen niedriger einordnen. Er warnt vor großen Gefahren für die Börsen: „Jeder kleine Zinsanstieg kann zur Einschränkung der Liquidität führen.“

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